Der Schuppen mit Waschküche

Wir schreiben das Jahr 1955. Karl – Otto lebt mit seiner Frau in Oberhausen – Lirich. Man ist schnell in der Stadtmitte, aber hier in unmittelbarer Nähe der Zeche „Koncordia“ ist es ein wenig wie auf dem Land.

Fast jedes der kleinen Bergarbeiterhäuser verfügt auch über einen Schuppen, in welchem sich die Waschküche befindet und wo der Herr des Hauses einen Platz zum basteln und schrauben hat. Meist gibt es dort auch noch einen Kaninchenstall.

Karl – Otto gehört zu den sogenannten Spätheimkehrern. Es war schwierig für die Eheleute, sich wieder aneinander zu gewöhnen, die Frau konnte gut allein zurechtkommen und die Angewohnheiten ihres Mannes stören sie zum Teil doch sehr. Da ist dieser Hang zur Schnapsflasche, wahrscheinlich eine Art Therapie, um die Kriegserlebnisse zu verdrängen oder auch, um die Trostlosigkeit dieser kinderlosen Ehe etwas erträglicher erscheinen zu lassen.  In die Arbeit auf der Zeche kann er sich jetzt auch nicht mehr flüchten, denn er mußte frühzeitig in Rente gehen, die Steinstaublunge ließ die Arbeit unter Tage nicht mehr zu.

Manchmal gibt es etwas zu reparieren, wie im Moment gerade das alte Fahrrad, welches er schon komplett auseinandergenommen hat. Die alte Bank ist auch schon etwas wacklig, und er würde ihr gern schnell durch einige verstärkende Nägel neuen Halt verleihen, wenn er nur wüßte, wo er den Hammer gelassen hat !

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 Im offenen Teil des Schuppens gibt es eine Wäscheleine, aber durch die nahe Zeche ist die Wäsche manchmal nach dem Trocknen schmutziger als vor der Wäsche, ein ständiges Ärgernis für die Hausfrau. Die Waschküche ist mit der „Miele“- Maschine fortschrittlich ausgestattet.

Auf dem kleinen Dachboden wird noch einiges aufbewahrt, wovon man sich irgendwie noch nicht so recht trennen kann, wofür aber im Häuschen kein Platz ist.

Die Waschküche mit dem Schuppen entstand im Rahmen eines Internetworkshops von Rita. Ein schweizer Mitglied in ihrer Bastelgruppe, Marcel Acle, nach eigenen Aussagen ein Modellbauer mit Bahn, hatte diesen Schuppen im ungefähren Maßstab 1:24 entworfen und gebaut und Rita die Erlaubnis erteilt, die Pläne in den Maßstab 1:12 und in ihre eigenen Techniken umzusetzen und dann als Workshop an die anderen Mitglieder weiterzugeben.

Ich habe Ritas Originalentwurf etwas abgewandelt, ein anderes Dach gestaltet und die gesamte Anordnung spiegelbildlich ausgeführt. Eine echte Herausforderung waren die vielen Ziegelsteine, alle von Hand geformt und einzeln verlegt!

Das Projekt ist ein schöner Beweis dafür, daß man mit ganz geringen Mitteln ein sehr schönes Miniaturprojekt verwirklichen kann.

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